6.6.2026 · 11 Min.
Barrierefreies Bad umbauen in der Schweiz, Kosten und Förderung 2026
Barrierefreies Bad umbauen in der Schweiz: Kosten, die wichtigsten Massnahmen, der Ablauf und die Finanzierung über IV, AHV und Ergänzungsleistungen, erklärt vom Badspezialisten aus Zürich.

Harris Krzalic
Inhaber & Geschäftsführer

Barrierefreies Bad vom Profi geplant
HMA Interior GmbH ist ein Innenausbau- und Badspezialist in Dietlikon bei Zürich mit über 200 realisierten Projekten, 5,0-Sterne-Bewertung und einem eigenen 110-m²-Showroom, spezialisiert auf barrierefreie und altersgerechte Bäder in der Region Zürich.
Ein barrierefreies Bad umbauen kostet in der Schweiz je nach Umfang zwischen rund CHF 5’500 für gezielte Anpassungen und über CHF 25’000 für einen Komplettumbau. Den grössten Sicherheitsgewinn bringt der Schritt von der Badewanne zur bodengleichen Dusche, kombiniert mit Haltegriffen, rutschfestem Boden und genügend Bewegungsfläche. Dieser Ratgeber zeigt die Kosten, die wichtigsten Massnahmen, den Ablauf und vor allem die Schweizer Finanzierungswege über IV, AHV und Ergänzungsleistungen, die viele Eigentümer und Mieter gar nicht kennen.
Das Wichtigste in Kürze
Ein altersgerechtes Badezimmer entsteht durch eine bodengleiche Dusche, Haltegriffe, ein erhöhtes WC, rutschfeste Beläge und eine Bewegungsfläche von mindestens 120 mal 120 Zentimetern.
Gezielte Anpassungen starten bei rund CHF 5’500 bis 12’000, ein kompletter barrierefreier Badumbau liegt meist zwischen CHF 18’000 und 35’000.
Anders als in Deutschland gibt es in der Schweiz keine Pflegekassen-Pauschale. Finanziert wird über die IV (vor dem Pensionsalter), die Hilflosenentschädigung der AHV und die Ergänzungsleistungen.
Pro Senectute, Pro Infirmis und Procap beraten kostenlos und können zusätzliche Beiträge oder Darlehen vermitteln.
Ein Teil der Umbaukosten lässt sich als werterhaltende Massnahme bei den Steuern abziehen, je nach Kanton und Ausgangszustand.
Was ist ein barrierefreies Bad?
Ein barrierefreies Bad ist ein Badezimmer, das ohne Hindernisse und Sturzrisiken genutzt werden kann, auch mit Rollator, Gehhilfe oder Rollstuhl. Massgebend ist die Norm SIA 500 für hindernisfreie Bauten. Wichtig sind drei Dinge, genügend Platz zum Bewegen, sichere Übergänge ohne Schwellen und stabile Stützpunkte.
Als Faustregel gilt eine freie Bewegungsfläche von mindestens 120 mal 120 Zentimetern, für die Nutzung mit Rollstuhl eher 150 mal 150 Zentimeter. Türen sollten mindestens 80 Zentimeter breit sein und nach aussen öffnen. Die Dusche wird bodengleich ausgeführt, das WC auf eine komfortable Sitzhöhe von 46 bis 48 Zentimetern gebracht und der Waschtisch unterfahrbar montiert.

Nicht jedes Bad muss komplett saniert werden. Oft genügt es, einzelne Elemente anzupassen, zum Beispiel die Badewanne zur Dusche umzubauen. Welche Massnahme sinnvoll ist, hängt vom Zustand des Bades und vom Bedarf ab.
Barrierefrei, altersgerecht oder seniorengerecht?
Die Begriffe meinen Ähnliches, sind aber nicht deckungsgleich. Barrierefrei bedeutet, dass das Bad nach der Norm SIA 500 ohne fremde Hilfe und auch mit Rollstuhl nutzbar ist. Altersgerecht oder seniorengerecht meint Anpassungen, die das Bad im Alter sicherer und komfortabler machen, ohne zwingend jede Norm zu erfüllen. Behindertengerecht stellt die Bedürfnisse einer konkreten Behinderung in den Vordergrund.
Für die meisten Privathaushalte ist ein altersgerechtes Bad mit bodengleicher Dusche, Haltegriffen und rutschfestem Boden die sinnvolle und bezahlbare Lösung. Wer vorausschauend plant, wählt eine Ausführung, die heute komfortabel ist und morgen auch mit Rollator oder Rollstuhl funktioniert. Genau das verstehen wir unter einem zukunftssicheren Bad, das über viele Jahre passt und den Wert der Immobilie erhält.
Was kostet ein barrierefreies Bad in der Schweiz?
Ein barrierefreies Bad kostet in der Schweiz zwischen rund CHF 5’500 für einzelne Anpassungen und CHF 35’000 für einen Komplettumbau mit neuer Dusche, neuen Leitungen und neuen Belägen. Den Preis bestimmen vor allem der bauliche Aufwand, die Grösse des Bades und die Qualität der Sanitärobjekte.
| Massnahme | Richtpreis (CHF) |
|---|---|
| Haltegriffe und rutschfester Belag nachrüsten | ab 1’500 |
| Badewanne zur bodengleichen Dusche umbauen | 5’500 bis 12’000 |
| WC erhöhen und unterfahrbarer Waschtisch | 2’500 bis 6’000 |
| Teilumbau (Dusche, WC, Boden) | 9’000 bis 18’000 |
| Kompletter barrierefreier Badumbau | 18’000 bis 35’000 |
Quelle: Richtwerte HMA Interior 2026, inkl. Material und Montage, ohne Förderbeiträge.
Eine genaue Aufschlüsselung der Positionen finden Sie in unserem Ratgeber Badumbau Kosten in der Schweiz, und wie ein kompletter Badumbau abläuft, lesen Sie unter Badezimmer renovieren in der Schweiz.
Wer das Budget schonen will, beginnt mit einem Teilumbau. Statt das ganze Bad zu erneuern, ersetzen Sie zuerst die grössten Risiken, in den meisten Fällen die Badewanne durch eine bodengleiche Dusche. Das ist der wirkungsvollste einzelne Schritt und kostet einen Bruchteil eines Komplettumbaus. Weitere Anpassungen wie ein erhöhtes WC oder zusätzliche Haltegriffe lassen sich später ergänzen, ohne erneut die ganze Baustelle zu öffnen.
Achten Sie bei jeder Offerte darauf, was enthalten ist. Seriöse Festpreise umfassen Demontage, Entsorgung, Abdichtung, Sanitär, Platten und die Montage der Hilfsmittel. So vergleichen Sie Äpfel mit Äpfeln und vermeiden Nachträge, die den Preis am Ende in die Höhe treiben.
Welche Massnahmen machen ein Bad barrierefrei?
Die wirkungsvollsten Massnahmen sind die bodengleiche Dusche, Haltegriffe an Dusche und WC, ein rutschfester Boden, ein erhöhtes WC und ein unterfahrbarer Waschtisch. In den meisten Haushalten reicht eine Auswahl dieser Punkte, um das Bad sicher und altersgerecht zu machen.
1. Bodengleiche Dusche statt Badewanne
Der hohe Wannenrand ist die häufigste Sturzfalle. Eine bodengleiche Dusche ohne Schwelle lässt sich ebenerdig und mit Sitzgelegenheit ausführen.
2. Haltegriffe und Stützklappgriffe
Stabile Griffe an Dusche und WC geben sicheren Halt beim Aufstehen und Hinsetzen. Sie werden fest in der Wand verankert, nicht nur geklebt.
3. Rutschfester Boden
Bodenplatten mit Trittsicherheitsklasse R10 oder R11 reduzieren das Ausrutschen auf nassem Untergrund deutlich.
4. Erhöhtes WC und unterfahrbarer Waschtisch
Ein WC auf 46 bis 48 Zentimeter Höhe entlastet Knie und Rücken. Ein unterfahrbarer Waschtisch ermöglicht die Nutzung im Sitzen. Solche Lösungen fertigen wir bei Bedarf als Massanfertigung passend zum Raum.

Wer zahlt den altersgerechten Badumbau?
In der Schweiz gibt es keine Pflegekasse wie in Deutschland. Den altersgerechten Badumbau finanzieren je nach Situation die Invalidenversicherung, die Hilflosenentschädigung der AHV und die Ergänzungsleistungen. Wichtig ist, den Antrag zu stellen, bevor der Umbau startet.
| Quelle | Wofür | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Invalidenversicherung (IV) | Bauliche Anpassungen und Hilfsmittel | Vor dem ordentlichen Pensionsalter |
| Hilflosenentschädigung AHV | Beitrag bei Hilflosigkeit | Hilfe in alltäglichen Lebensverrichtungen nötig |
| Ergänzungsleistungen | Krankheits- und Behinderungskosten | Tiefes Einkommen, ergänzend zu AHV oder IV |
| Pro Senectute / Pro Infirmis | Beratung, Beiträge, Darlehen | Einkommensabhängig |
| Steuerabzug | Werterhaltende Anteile der Kosten | Je nach Kanton und Ausgangszustand |
Quelle: Quellen: ahv-iv.ch, Pro Senectute, Stand 2026. Ohne Gewähr, im Einzelfall abklären.
Die offiziellen Voraussetzungen für Ergänzungsleistungen sind im Merkblatt der AHV/IV-Informationsstelle beschrieben. Lassen Sie sich zusätzlich kostenlos von Pro Senectute oder Procap beraten, das spart oft mehrere Tausend Franken.
Ein wichtiger Punkt zum Schluss betrifft die Steuern. Werterhaltende Massnahmen an einer selbst genutzten Liegenschaft sind in vielen Kantonen vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Ob ein altersgerechter Umbau als werterhaltend oder wertvermehrend gilt, hängt vom Ausgangszustand und vom Kanton ab. Sammeln Sie deshalb alle Rechnungen und klären Sie den Abzug vorab mit Ihrer Gemeinde oder einer Treuhandstelle ab. So holen Sie auch nach dem Umbau noch einen Teil der Kosten zurück.
Wie läuft der Umbau ab?
Ein barrierefreier Badumbau läuft in fünf Schritten ab, von der Beratung bis zur Übergabe. Bei einem Teilumbau dauert die Bauphase oft nur wenige Tage, ein Komplettumbau braucht meist zwei bis drei Wochen.
1. Beratung und Aufmass
Wir schauen das Bad vor Ort an, klären den Bedarf und nehmen Mass.
2. Planung und Festpreis-Offerte
Sie erhalten einen klaren Vorschlag mit Materialwahl und einem verbindlichen Preis.
3. Förderung beantragen
Vor Baustart helfen wir, die passenden Beiträge bei IV, AHV oder Stiftungen anzustossen.
4. Umbau
Demontage, Abdichtung, Sanitär, Platten und Montage der Hilfsmittel erfolgen koordiniert aus einer Hand.
5. Übergabe
Wir prüfen alles gemeinsam und erklären die neuen Funktionen. Den ganzen Leistungsumfang sehen Sie auf unserer Seite Badumbau sowie unter Renovationen und Sanierungen.

Barrierefreies Bad in Zürich planen
Für Eigentümer und Mieter in der Region Zürich planen und realisieren wir altersgerechte Bäder von Dietlikon aus. Der häufigste erste Schritt ist, die Badewanne zur Dusche umzubauen. Mehr zu unserem Einzugsgebiet finden Sie auf der Seite HMA Interior in Zürich.
Sie möchten Ihr Bad altersgerecht umbauen? Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose und unverbindliche Erstberatung.
So beantragen Sie die Förderung Schritt für Schritt
Die Förderung steht und fällt mit der richtigen Reihenfolge. Wer zuerst baut und dann fragt, geht oft leer aus. Mit diesen Schritten sichern Sie sich die Beiträge, die Ihnen zustehen.
1. Bedarf abklären
Lassen Sie sich kostenlos bei Pro Senectute, Pro Infirmis oder Procap beraten. Diese Stellen kennen die aktuellen Ansprüche und helfen beim Papierkram.
2. Offerte einholen
Eine detaillierte Offerte mit den geplanten Massnahmen ist die Grundlage für jeden Antrag. Sie zeigt der Versicherung, was nötig und sinnvoll ist.
3. Antrag vor Baustart stellen
Reichen Sie den Antrag bei IV, AHV oder der zuständigen Stelle ein, bevor die erste Schraube gedreht wird. Erst nach der Zusage beginnt der Umbau.
4. Umbau und Abrechnung
Nach Abschluss reichen Sie die Schlussrechnung ein. Bewahren Sie alle Belege auf, auch für den möglichen Steuerabzug der werterhaltenden Anteile.
Häufige Fehler beim barrierefreien Umbau
Die teuersten Fehler entstehen, wenn zu klein gedacht oder zu spät geplant wird. In der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Stolpersteine, die sich leicht vermeiden lassen.
Zu wenig Bewegungsfläche
Eine schöne Dusche nützt wenig, wenn davor kein Platz zum Wenden bleibt. Die 120 mal 120 Zentimeter sind ein Minimum, kein Luxus.
Haltegriffe nur geklebt
Griffe müssen das volle Körpergewicht tragen. Sie gehören fest in der tragenden Wand verschraubt, sonst geben sie im Ernstfall nach.
Förderung zu spät beantragt
Wer den Antrag bei IV oder AHV erst nach Baubeginn stellt, verliert oft den Anspruch. Die Reihenfolge entscheidet über mehrere Tausend Franken.
Rutschige Platten gewählt
Eleganz und Sicherheit schliessen sich nicht aus. Achten Sie auf die Trittsicherheitsklasse R10 oder R11, gerade im Duschbereich.
Checkliste für ein sicheres Bad
Bevor Sie umbauen, lohnt sich ein nüchterner Blick auf das bestehende Bad. Die folgenden Punkte zeigen schnell, wo der grösste Handlungsbedarf liegt.
| Bereich | Worauf achten |
|---|---|
| Zugang | Türbreite mind. 80 cm, Schwellen entfernt |
| Dusche | Bodengleich, rutschfest, mit Sitz und Haltegriff |
| WC | Sitzhöhe 46 bis 48 cm, Stützgriffe montiert |
| Waschtisch | Unterfahrbar, Spiegel auch im Sitzen nutzbar |
| Boden | Trittsicherheit R10 oder R11, keine losen Teppiche |
| Licht | Hell, blendfrei, Schalter gut erreichbar |
Quelle: Orientierungshilfe HMA Interior 2026, ersetzt keine individuelle Beratung.
Gutes Licht wird oft vergessen, ist für die Sicherheit aber zentral. Wie sich ein Bad stimmungsvoll und zugleich blendfrei beleuchten lässt, zeigen wir unter Lichtkonzepte und Beleuchtungsplanung.
Häufige Fragen
Was kostet ein barrierefreies Bad in der Schweiz?
Ein barrierefreies Bad kostet in der Schweiz je nach Umfang zwischen rund CHF 5’500 für gezielte Anpassungen und CHF 35’000 für einen Komplettumbau. Eine bodengleiche Dusche statt Badewanne liegt meist bei CHF 5’500 bis 12’000. Den genauen Preis bestimmen Grösse, baulicher Aufwand und Ausstattung.
Wer zahlt den altersgerechten Badumbau?
In der Schweiz finanzieren je nach Situation die Invalidenversicherung vor dem Pensionsalter, die Hilflosenentschädigung der AHV und die Ergänzungsleistungen den altersgerechten Badumbau. Pro Senectute, Pro Infirmis und Procap beraten kostenlos und vermitteln teils zusätzliche Beiträge. Den Antrag immer vor Baustart stellen.
Wie breit muss eine rollstuhlgerechte Dusche sein?
Eine rollstuhlgerechte Dusche sollte bodengleich sein und eine freie Fläche von mindestens 120 mal 120 Zentimetern bieten, besser 150 mal 150 Zentimeter. So bleibt genug Platz zum Wenden und für eine Begleitperson. Massgebend ist die Norm SIA 500 für hindernisfreies Bauen.
Kann man ein Mietbad barrierefrei umbauen?
Ja, auch ein Mietbad lässt sich barrierefrei umbauen, dafür braucht es das Einverständnis der Vermieterschaft. Reversible Massnahmen wie Haltegriffe oder ein Duschsitz sind meist unkompliziert. Bei baulichen Eingriffen klären wir gemeinsam mit der Verwaltung Umfang und Rückbau.
Lohnt sich der Umbau auch ohne akuten Pflegebedarf?
Ja, ein altersgerechtes Bad lohnt sich auch vorsorglich. Eine bodengleiche Dusche und rutschfeste Beläge erhöhen Komfort und Sicherheit für alle Generationen und steigern den Wert der Immobilie. Wer früh plant, vermeidet später teure Notlösungen unter Zeitdruck.



